
Labor 2 | 13.06.2026 Teilnehmer
Bewohner & Angehörige: Gertrud van Cleef, Erika Kluth, Anneliese Tieves, Annette Temp, Heidi Schmitz, Karin Peiker, Sabine Graessner, Brigitte Schmitz, Maria Baum, Ingrid Rapking, Ursula Schmitz-Schraer, Traudel Blasberg, Jutta Krüll, Elisabeth Nickel, Astrid Jäger, Josefine Ritterbach, Maria Theresia Brüggen
Schüler: Maximilian Düking, Sophia Süßmuth
Direktion: Annie We, Kay Strathus
Unsere zweite Theaterprobe, das „Labor 2“, begann mit einigen Überraschungen und unerwarteten Wendungen: zunächst mal war in der Einrichtung wohl die Kunde von der Veranstaltung so aufgenommen worden, dass dies eine offene Veranstaltung sei, es sich also um das Nachmittagsangebot im Stift handele. Dadurch hatten wir zwei oder drei Besucher – Brigitte Schmitz, Heidi Schmitz und Maria Theresia Brüggen, die noch nicht dabei waren, die aber dem ersten Eindruck nach ganz interessiert schienen. Roswitha Wimmers konnte leider nicht dabei sein, weil sie zur Zeit im Krankenhaus ist und Maria Kickert hatte Besuch von ihrer Schwester.
Der jugendliche Teil dieses generationübergreifenden Projektes war in Person von Sophia und Maximilian erschienen – „da waren’s nur noch zwei“! Lehrer Daniel Lupo vom Gymnasium Norf, der die Verbindung zu den Schülern hergestellt hatte, schaute heute vor Beginn des Labors rein; er konnte sich auch nicht so recht erklären, warum von zehn Leuten nur noch zwei übrig geblieben sind und will noch mal bei den Betreffenden nachfragen. Falls auf diese Weise doch der eine oder andere Schüler erscheint, stellt sich allerdings die Frage, ob es sinnvoll ist, zu einem so späten Zeitpunkt des Probenablaufs noch einzusteigen. Wir warten mal den kommenden Samstag – das Labor 3a – ab.
Da wir beim letzten Mal die Aufteilung in „Darsteller“, „Komparsen“und „Zuschauer“ vorgenommen hätten, machten wir uns es diesmal einfach und platzierten die „Zuschauer“ ganz nach hinten, so dass es für die Darsteller einfacher wurde, nach vorne auf die Bühne zu gelangen. Das funktionierte bestens, zumal wir auf den Tisch verzichtet hatten, der letztes Mal noch platzgreifend auf der Bühne rumstand.
Dafür kam Co-Direktor Kay Strathus auf die Idee, sein Hausmeister-Johann-Büdchen (dazu unten mehr) mittels eines Küchenrollwagens zu improvisieren, was gut aufgenommen wurde. Bis zum nächsten Mal soll sich das Ganze noch um einen „Fensterrahmen“ erweitern – jeder weiß, dass ein Hausmeisterbüdchen nur echt ist mit Zeitungsauslage, Bierkästen, Zigarettenständern und dergleichen. Und natürlich mit einem traditionellen Hausmeisterkittel.
Damit waren die Voraussetzungen gegeben, um gleich in medias res zu gehen und die bisher erarbeiten Szenen durchzuspielen, gegebenenfalls zu erweitern und uns mit den Übergängen von einer Szene zur nächsten zu beschäftigen. Um es gleich vorwegzunehmen: das wurde ein höchst intensives, unterhaltsames und kreatives Unterfangen. Zunächst rekapitulierte Annie noch einmal den Stand der Dinge, erzählte, was wir uns bisher ausgedacht hatten und wie der ungefähre Ablauf der Szenenfolge aussehen könnte:
Unser bisher noch namenlose Stück spielt in einem zeitlosen Jahr, dessen genaue Zahl wir vergessen haben. Ort ist eine Nachkriegs-Reihenhaussiedlung: es gibt Vorgärten mit Hecken, es gibt einen Kiosk (beziehungsweise ein Büdchen, wie man im Rheinland sagt), es gibt einen Spielplatz, und vor allen Dingen gibt es in und vor den Häusern ständige Begegnungen von Menschen samt der Interaktionen, die sich daraus entwickeln.

Erfreulich war mal wieder die Spielfreude der Beteiligten und die Art, wie aus ganz normalen Erinnerungen des Mieter-Alltags kleine Szenen für die Bühne entstanden. Astrid Jäger, ihres Zeichens Angehörigenvertreterin im Bewohnerbeirat, erwies sich als schauspielerisches Naturtalent und ausgesprochene „Rampensau“ und überzeugte mit einer „Hausmeisterin Johanna“, wie sie eigentlich jede Hausgemeinschaft braucht. Die blitzschnell organsierten Requisiten (Schrubber, Müllsack, Kabelsalat) taten ihr Übriges. Jutta Krüll verschwand zwischendurch in ihren Wohnbereich und kehrte zurück mit zwei sagenhaften Vintage-Damenhüten, die auf jeden Fall zum Einsatz kommen werden. Sophia Süßmuth vom Gymnasium Norf steuerte wichtige Elemente von Szene 5 bei und will beim nächsten Mal eine Freundin mitbringen, die ihr bei der Geburtstagsparty-Vorbereitung zur Hand geht. Traudel Blasberg und Ursula Schmitz-Schraer wurden unter Annies Anleitung zu glaubwürdigen Bühnenmüttern bzw. -großmüttern (wir konnten uns nicht so recht entscheiden, welche Generation durch sie vertreten werden sollte, letztlich aber jedenfalls die ältere…)










Maria Baum, die bekanntlich Schwierigkeiten mit dem Hören hat, merkte zwischendurch an, dass sie akustisch gar nichts mitkriegen würde und schlußfolgerte daraus: „Ich bin hier falsch!“. Annie aber wies sie zurecht darauf hin, dass sie ja alles sehen könne und dass viele Szenen ganz ohne Sprechen auskommen. Maria blieb also und wirkte zum Schluss nicht unglücklich darüber.
Das gegenteilige Phänomen liegt bei Josefine Ritterbach vor, die kaum etwas sieht, aber alles hört. Sie war beim letzten Mal etwas überfordert von der langen Zeitspanne, die sie dabei saß – diesmal achteten wir erstens auf eine „Halbzeit-Pause“ und zweitens erhielt Josefine eine offizielle „Escort Service“-Karte, mit der sie bei Bedarf sinalisieren konnte, dass es jetzt genug ist und sie zurück auf den Wohnbereich gebracht werden möchte. Das schien ihr soviel Sicherheit zu geben, dass sie diesmal die ganze Zeit aufmerksam dabei saß, zuhörte (was ja auch ihr Job als unsere „offizielle Zuhörerin“ ist) und die Karte überhaupt nicht einsetzte.

Die Charakterisierung von Haumeister Johann, der die Hausmeistertätigkeiten lieber von seiner Frau Johanna erledigen lässt, haben wir auf den Darsteller (Co-Direktor Kay Strathus) angepaßt: statt anzupacken, sitzt er lieber im Büdchen, hält Schwätzchen mit den Leuten und zeichnet.
Die dabei entstandenen Skizzen könnten wir u.U. entweder während der Uraufführung oder anschließend ausstellen. Das „Problem“ mit dieser Art des graphic recordings ist allerdings, dass das Skizzieren teilweise die Aufmerksamkeit wegnimmt von der Spielszene. Aus gut unterrichteter Quelle ist zu vernehmen, dass der Hausmeister selber und sein Darsteller noch an der Problematik arbeiten.




Nicht unerwähnt bleiben soll der Gastauftritt von Kollege Sönke Erichsen als „Jack“ aus „Titanic“, am Ende von Szene 5. Eine geeignetere Besetzung für die Rolle des jugendlichen Liebhabers als den begehrtesten Junggesellen des Sozialen Dienstes der Einrichtung ist kaum denkbar. Bei der Aufführung selber wird er sogar eine weitere Rolle bzw. Aufgabe übernehmen, nämlich die des Platzanweisers.
Abfolge der Szenen
Intro

Schiller-Zitat: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ – vorgetragen von Maria Baum, im Chor nachgesprochen von allen
Szene 1
Hausmeister-Paar Johann tritt auf: Frau Johann (die eigentliche Macht) und ihr Mann, der lieber im Büdchen sitzt, Verzell hält und zeichnet.
Überleitung
Max & Moritz: „Dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich“ (alle sprechen es chormäßig mit). Hausmeisterpaar ist mit irgendeinem kurzen Wortwechsel oder einer Tätigkeit zu sehen
Szene 2
Krempel im Hausflur: Hausmeisterin Johanna entdeckt Krempel (Müll, Zeug, Sachen) im Hausflur und meckert rum bzw. ihren Hausmeistermann an, der desinteressiert im Büdchen sitzt und eigentlich bloß zeichnen und Schwätzchen halten will
Darsteller: Astrid Jäger, Kay Strathus, NN
Überleitung
Max & Moritz: „Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich“ (alle sprechen es chormäßig mit). Hausmeisterpaar ist mit irgendeinem kurzen Wortwechsel oder einer Tätigkeit zu sehen
Szene 3
Meckern an der Hecke: Jugendliche (Max & Moritz) lungern auf dem Spielplatz rum und unterhalten sich. Mutter von Moritz erscheint und erinnert ihn daran, dass die Hecke geschnittene werden muss und dass sein Vater Ärger machen wird, wenn es nicht erledigt ist. Abgang Moritz
Darsteller: Traudel Blasberg, Max Messner, Maximilian Düking, ??
Überleitung
Max & Moritz: „Dieses war der dritte Streich und der vierte folgt sogleich“ (alle sprechen es chormäßig mit). Hausmeisterpaar ist mit irgendeinem kurzen Wortwechsel oder einer Tätigkeit zu sehen
Szene 4
Lenchen und Hausmeister Johann haben irgendeine Begegnung am Büdchen (muss noch ausgearbeitet werden)
Darsteller: Jutta Krüll, Kay Strathus, NN
Überleitung
Max & Moritz: „Dieses war der vierte Streich und der fünfte folgt sogleich“ (alle sprechen es chormäßig mit). Hausmeisterpaar ist mit irgendeinem kurzen Wortwechsel oder einer Tätigkeit zu sehen
Szene 5
Der Geburtstag: zwei oder drei Mädchen bereiten sich um die Geburtstagsparty von Max & Moritz vor und hören dabei superlaut Musik. Mutter/Oma erscheint und versucht die Musik zu übertönen. Wortwechsel über Lautstärke und abendliche Pläne der Jugendlichen. Mutter/Oma spendiert noch einen Zehner fürs Geburtstagsgeschenk (Gutschein fürs Büdchen). Abgang Mädchen; Mutter/Oma erinnert sich versonnen an eigenen Mugend, an Liebe und Romantik. „Titanic“-Szene (Soundtrack„Celine Dion/My love will go on“ ab Minute 3:15)
Darsteller: Sophia Süßmuth, Freundin NN, NN, Ursula Schmitt-Dingsda, Sönke Erichsen, ??
Überleitung
Max & Moritz: „Dieses war der letzte Streich und kein weiterer folgt gleich“ (oder so ähnlich – alle sprechen es wieder chormäßig mit). Ob auch zum Schluss das Hausmeisterpaar wieder eine Szene hat, müssen wir noch entscheiden.
Schluss

Zitat chinesisches Sprichwort : „Ein naher Nachbar ist besser als ein entfernter Verwandter “ – vorgetragen von Maria Baum, im Chor nachgesprochen von allen. Geht über in Geburtstagsparty-Szene (Nachbarn grillen, trinken, unterhalten sich usw.) -> optimal wäre, wenn draußen gleichzeitig der Grillrost angeworfen würde und ein echtes Grillfest stattfände (müßte mit Einrichtungsleitung abgesprochen werden)
Darsteller: alle, gemischt mit Zuschauern und Gästen

