Auf das + klicken um die Inhalte aufzuklappen
Pressemitteilung, Juli 2026



Bühne der Generationen im Diakonie Stift Norf
Seniorinnen und Jugendliche gemeinsam im Rampenlicht
Bei einem Projekt in Neuss zeigen Bewohnerinnen mit und ohne Demenz des Diakonie Stift Norf gemeinsam mit Schüler:innen des Gymnasiums Norf, was an Theater-Talent in ihnen steckt. Am 11. Juli werden die Darsteller das Stück vor Publikum präsentieren.
Das zentrale Anliegen der generationenübergreifenden Projekte ist es, Menschen aus mehreren Generationen nachhaltig in den Dialog zu bringen und ihre Anliegen mit Spielfreude und erzählerischer Neigung auf der Bühne zu inszenieren. Seit Mai dieses Jahres entwickeln daher Annie We (freischaffende Kulturgeragogin, Theaterpädagogin und Musikerin) und Kay Strathus (Grafiker, Kunstgeragoge im Sozialen Dienst des Diakonie Stift Norf) gemeinsam mit den älteren und jugendlichen Darstellen zwischen 14 und 106 Jahren ein eigenes Stück. In mehreren „Laboren“ erproben sie, was es heißt, den Lebensalltag durch szenische Improvisationen und Texte auf der Bühne agierend zu verdichten.
Szenario einer Vorstadt-Siedlung
In einer Reihenhaussiedlung lebt ein kleiner Haufen Menschen verschiedenen Alters zusammen in seiner Straße. Der Alltag ist geprägt von vielerlei Begegnungen. Manche Nickeligkeiten und Reibereien machen das Zusammenleben schwer, aber immer wieder gibt er auch herzerwärmende Kontakte und Wohlwollen.
Zu dieser dramaturgischen Ausgangsidee haben die altersgemischten Darsteller:innen unter der Regie von Annie We in den ersten beiden Laboren fünf humorvollen Szenen erarbeitet, mit Überschriften wie: „Krempel im Hausflur“, „Gemecker an der Hecke“ und „Begegnung am Büdchen“. So viel sei sicher: Der ein oder andere im Zuschauerraum wird sich wieder erkennen in diesen gespielten Alltags-Geschichten. Durch chorisches Sprechen, Lieder zum Mitsingen und spontane Interaktionen wird das Publikum Teil der Szenerie. Bei einem großen Finale treffen dann alle Figuren am Ende noch einmal aufeinander.
Besonderes Highlight: zwei der ältesten Bewohnerinnen des Stifts – die 106jährige Maria Baum und die 99jährige Margarete Soeldner – haben sich vorgenommen, die Präsentation mit einem Zitat zu beginnen und zu beenden.
Generationen-Gaming vor digitaler Kulisse
Die Jugendlichen des benachbarten Gymnasiums sind schon öfters zu Gast gewesen bei Aktionen und Veranstaltungen im Haus. Sie haben Kontakte geknüpft und bei Veranstaltungen mitgeholfen – aber zusammen Theater gespielt haben sie noch nie. Das ist neu und spannend für alle.
Unter Leitung von Kay Strathus arbeiten diejenigen technik-affinen Jugendlichen, die anfangs lieber hinter der Bühne agieren wollen. Mit ihrem Know-How wird die Kulisse zum Teil digital über einem Beamer mit KI-generierten Bildern „bespielt“. Einzeln Bühnenteile werden mit der Hand gebaut. So ergibt sich eine spielerische Mischung aus analogem Bühnenbild und digitalen Einspielungen. Lehrer Daniel Lupo betreut das Sozialprojekt vom Gymnasium Norf aus und ist mit den Schüler:innen im Austausch.
Einrichtungsleiter Christoph Schommer begrüßt dieses Projekt in seinem Hause. Auch Astrid Jäger vom Bewohner-Beirat ist sehr angetan und spielt sogar selbst mit – in einer der tragenden Rolle als heimliche Hausmeisterin Johanna. Sie betont: „Es ist gut, wenn die Bewohner in unserem Haus aktiv an Kultur teilnehmen können und das auch sichtbar wird. Dafür setze ich mich gerne tatkräftig ein.“
Aufführung &Ausstellung im Quartier
Im Rahmen der abschließenden interaktiven Aufführung haben die Teilnehmer:innen nicht nur die Möglichkeit, ihr Können vor einem Publikum zu präsentieren, sondern auch, die Kontakte untereinander in der Einrichtung und zu den interessierten Nachbarn aus dem Quartier aufzunehmen und zu intensivieren.
Im Café wird außerdem eine Ausstellung von Zeichnungen zu sehen sein, die Kay Strathus als eine Art „Graphic-Recording“ während der Proben in seiner Rolle als Büdchen-Besitzer Johann aufs (digitale) Papier gebracht hat.
WAS: So ein Theater hier …! Humorvolle Szenen aus dem Alltag einer Vorstadt-Siedlung
WANN: Samstag | 11. Juli 26 | 15:30 Uhr
WO: Im Café des Diakonie Stift Norf, Aufführung, Elise-Stoffels-Straße 9, Neuss-Norf
Menschen jeden Alters sind herzlich zu der Aufführung eingeladen.
Der Eintritt ist frei.
Bleibt zu hoffen, dass es eine Weiterführung dieses Projektes geben wird, und sich dann auch der ein oder andere ältere männliche Bewohner finden wird, der auf der Bühne agieren möchte.
KONTAKT
Annie We, www.annie-we.de, Annie.We@gmx.net
Kay Strathus, Sozialer Dienst, k.strathus@diakonie-rkn.de
BLOG
https://theaterprojekt.strathus.de/
FOTOS
Maximilian Düking, Kay Strathus
Pressemitteilung zum 11. Juli 2026
Intergenerationelles Bühnenspiel Diakonie Stift Norf Glanz & Gloria im Quartier
Am letzen Samstag präsentierten die altersgemischten Darsteller*innen zwischen 11-106 Jahren ihr selbst entwickeltes Stück vor vollem Hause.
Das zentrale Anliegen des generationenübergreifenden Projektes war es, Menschen aus mehreren Generationen nachhaltig in den Dialog zu bringen und ihre Anliegen mit Spielfreude und erzählerischer Neigung auf der Bühne zu inszenieren. Seit Mai dieses Jahres entwickelten daher Annie We (freischaffende Kulturgeragogin, Theaterpädagogin und Musikerin) und Kay Strathus (Grafiker, Kunstgeragoge im Sozialen Dienst des Diakonie Stift Norf) gemeinsam mit den jungen und alten Darstellen zwischen 11 und 106 Jahren ein eigenes Stück. In mehreren „Theater-Laboren“ erprobten sie, was es heißt, den Lebensalltag durch szenische Improvisationen und Texte auf der Bühne agierend zu verdichten.
Szenario einer Vorstadt-Siedlung
In einer Reihenhaussiedlung lebt ein kleiner Haufen Menschen verschiedenen Alters zusammen in seiner Diakoniestraße. Der Alltag ist geprägt von vielerlei Begegnungen. Manche Nickeligkeiten und Reibereien machen das Zusammenleben schwer, aber immer wieder gibt er auch herzerwärmende Kontakte und Wohlwollen.
Zu dieser dramaturgischen Ausgangsidee erarbeiteten die altersgemischten Darsteller:innen unter der Regie von Annie We fünf humorvollen Szenen, mit Überschriften wie: „Krempel im Hausflur“, „Gemecker an der Hecke“ und „Begegnung am Büdchen“. So viel sei sicher: Der ein oder andere im Zuschauerraum wird sich wieder erkennen in diesen gespielten Alltags-Geschichten. Übungen zum chorischen Sprechen, zum Liedersingen und spontanen Improvisieren stand auf dem Plan, denn das Publikum sollte von Beginn an Teil der Szenerie werden. Bei einem großen Finale trafen dann alle Figuren am Ende noch einmal aufeinander.
Besonderes Highlight: zwei der ältesten Bewohnerinnen des Stifts – die 106jährige Maria Baum und die 99jährige Margarete Soeldner – rahmten die Präsentation mit je einem Zitat zu Beginn und zum Ende.
Generationen-Gaming vor digitaler Kulisse
Unter Leitung von Kay Strathus arbeiteten diejenigen technik-affinen Jugendlichen, die anfangs lieber hinter der Bühne agieren wollten. Mit ihrem Know-How wurde die Kulisse zum Teil digital über einem Beamer mit KI-generierten Bildern „bespielt“. Einzeln Bühnenteile wurden mit der Hand gebaut. So ergab sich eine spielerische Mischung aus analogem Bühnenbild und digitalen Einspielungen.
Die Aufführung
Bereits ab 14:30 Uhr versammelten sich erwartungsvolle Bewohner, Besucher und sonstige Gäste im Café, um der Aufführung beizuwohnen, die um 15:30 Uhr beginnen sollte. Nach aufmunternden Worten von Annie We (Theaterpädagogik, Anleitung & Regie) bezogen alle Darsteller positiv motiviert und mental ihre Positionen im Saal und auf der Bühne. Durch das Anspielen und Einbeziehen des Publikums während des Einlasses hatten die Zuschauer – ebenfalls aus verschiedenen Generationen – direkt und unmittelbar das Gefühl, Teil der fiktionalen Diakoniestraße zu sein, in der das Stück spielte: So ein Theater hier …!
Humorvolle Szenen aus dem Alltag einer Vorstadt-Siedlung.
Quantensprünge während der Proben
Von der Generalprobe zur Aufführung waren die Laiendarsteller, von denen viele zum ersten Mal auf der Bühne standen, sichtlich gewachsen. Szenen und Übergänge liefen flüssig und die Stichworte kamen. Die Darsteller wirkten beinah schon professionell in ihrer souveränen und witzigen Art, mit der sie ihre Rollen mit Leben füllten.
Die Zwischenspiele der Nummern-Boys Max & Moritz waren am Premierentag nahezu perfekt. Die beiden Jugendlichen hatten ihre Rollen voll im Griff und überzeugten durch gut überlegte, passende inhaltliche Erweiterungen ihrer improvisierten Texte.
Dasselbe kann, ohne Ausnahme, von allen Darstellern gesagt werden. Die „Mädels unter sich“ hatten sich nicht nur ihr Kostüm optimiert, sondern glänzten durch flüssige Beherrschung ihrer Sprechrollen bei durchweg solider Lautstärke.
Zu Beginn des Stückes – als die Darsteller schon ihre Plätze eingenommen hatten – kamen immer noch Bewohner und Besucher ins Haus geströmt, so dass der hauseigenen Platzanweiser alle Hände voll zu tun hatte, die Leute zu (ar)rangieren und im Zuschauersaal irgendwie für Ordnung zu sorgen. Dadurch entstand eine gewisse Unruhe, die Hausmeisterin Johanna durch eine Besentanzes zu Udo Jürgens-Klassiker „Ein ehrenwertes Haus“ kurzweilig überbrückte.
Danach entfaltete sich das Stück mühelos und ohne Längen vor den Augen des begeisterten Publikums: Hausmeister Johann und Gattin stritten und versöhnten sich, Lenchen hielt Verzell und trank sich einen mit Hausmeister Johann, Mutter Traudel brachte Max & Moritz mit Geld und Eis zum Hecke schneiden, und Oma Rose erreichte mit ihrer von den „Mädels unter sich“ inspirierten Romantikszene die Herzen der Zuschauer.
All dies kannten wohl die meisten Zuschauer als Teil ihrer eigenen, früheren Lebenswirklichkeit – immer wieder erklang Lachen über einzelne Szenen oder Dialoge, und das Publikum spendete üppigen Applaus.
Die Aufführung lieferte in seiner eine einzigartige Abwechslung im Heim-Alltag und für die
Darsteller und Zuschauer ein unvergessliches Erlebnis.
Beim anschließenden Publikumsgespräch wollten die Fragesteller unter anderem wissen:
- Wer stand zum ersten Mal auf einer Bühne?
- wie lange hatten wir geprobt?
- wie sind Schüler und die alten Leute zusammengekommen?
- wie wurde das Stück erarbeitet?
- und immer wieder: ob wir das Projekt weiterführen und eine Fortsetzung planen.
Das wird ein Nachspiel haben …
Damit stand schon nach dieser ersten Aufführung fest: die Zuschauer fanden es klasse, sie würden gern mehr davon sehen und die Beteiligten, die Darsteller – und zwar alt und jung – brachten allesamt zum Ausdruck, wie viel Ihnen das Projekt gebracht hat und wie gerne sie bei einer Fortführung dabei wären.
Es kam die Idee auf, dass doch Hausmeister Johanns projektbegleitende Zeichnungen versteigert und das damit eingenommene Geld als Basis für die Projektfortführung benutzt werden könnte. Und tatsächlich kam aus dem Bereich des Publikums schon die eine oder andere Anfrage, ob und wie man diese Bilder erwerben könne.
So vermischten sich Bühnenfiktion und Realität, und Hausmeister Johann (alias Kay Strathus) wird – ganz wie seine Johanna visioniert hatte – vielleicht doch noch, wenn nicht berühmt, dann zumindest ein Künstler, der auch mal ein Bild verkauft, statt nur in seinem Büdchen brotlose Kunst zu produzieren.
Stimmen zum Stück:
„Du warst unsere Stütze!“ (Magdalene Söldner zu Elias Thai)
„Alter ist nur eine Zahl“ (Max Messner)
„Der Generationen-Austausch ist so wichtig!“ (Ursula Schmidt-Straer)
„Ich freue mich wirklich, dass die Jugendlichen gesagt haben, dass sie es hier bei uns schön finden…!“ (Traudel Blasberg)
„Man kann sich auch als jüngerer Mensch mit älteren anfreunden!“ (Maxi Düking)
„Das war eine neue Erfahrung auf den alten Tag!“ (Magdalene Söldner)
„Respekt und Dank an die beiden Ältesten, Frau Baum und Frau Söldner, dass sie hier dabei waren!“ (Elias Thai)
„Alles ist möglich, egal wie alt man ist!“ (Astrid Jäger)
“Wenn die Generalprobe in die Hose geht, wird die Premiere ein Erfolg!“ (Annie We)
Wesentliches Fazit:
Die Zusammenarbeit im Theaterprojekt hat für beide Enden des Altersspektrums die nützliche und konkrete Erfahrung gebracht, die eigenen Sichtweisen auf Alter beziehungsweise Jugend zu überprüfen und in eine neue Perspektive zu rücken. Wie es aus den Reihen der Jugendlichen formuliert wurde: „Meine Erfahrungen mit diesem Projekt? Dass nicht alle alten Leute keine Jugendlichen mögen.“
Besetzung in der Diakoniestraße
Mitarbeiter
Hausmeister Johann: Kay Strathus (Sozialer Dienst & Kunstgeragoge im Stift) seine Frau Johanna: Astrid Jäger (Berwohner-Beirat)
Platzanweiser: Sönke Erichsen (Betreuungskraft im Stift)
Bewohnerinnen
Sprecherinnen: Maria Baum, Magdalene Söldner Lenchen: Jutta Krüll
Omas Rose: Ursula Schmitz-Schraer Mutter Traudel: Traudel Blasberg
Schüler*innen
Die Mädels: Marla Rüter, Alisa Maierle, Sophia Süßmuth, Miriam Jaskola Max & Moritz: Maximilian Düking, Max Messner
Allrounder: Elias Thai
Moderatorin: Annie We (Kulturgeragogin & Theaterpädagogin)
KONTAKT
Annie We, www.annie-we.de, Annie.We@gmx.net
Kay Strathus, Sozialer Dienst, k.strathus@diakonie-rkn.de
BLOG
FOTOS
Maximilian Düking, Max Messner, Kay Strathus
Dieser Text (plus zusätzliche Fotos) als PDF
Alle Fotos der Pressemittelung als ZIP komprimiert

2026-07-11 00:00:00
Die NGZ berichtet heute über unsere Veranstaltung und betont besonders die Altersspanne zwischen den Beteiligten 🙂
PDF ansehen
2026-07-04 00:00:00
Meldung des "Stadt-Kuriers", die weitgehend unserer Pressemitteilung entspricht.
PDF ansehen

