Die Bewohner (des Diakonie Stift Norf selbst und diejenigen im ServiceWohnen) sind eingeladen, in einem Theater- und Kunstprojekt ihren Alltag in der Pflegeeinrichtung im doppelten Wortsinne „auf die Bühne zu bringen“:
- als Darsteller von selbst erarbeiteten kleinen Szenen & Sketchen aus ihrem Heimalltag
- als Gestalter des Bühnenbildes, das vorab oder während der Aufführung selbst digital erstellt und auf eine Leinwand projiziert wird
Zu a)
Jeder Bewohner einer Pflegeeinrichtung kennt positive (weniger) und negative (mehr) Aspekte seines Aufenthaltes in den „unfreiwilligen WGs“, die solche Einrichtungen nun einmal sind. Im privaten Austausch untereinander, in den Gemeinschaftszonen der Wohnbereiche oder in der Cafeteria bilden sich gerne und häufig Grüppchen, in denen nach Herzenslust vom Leder gezogen wird über Mängel und Mankos des Heimalltags. Dabei wird neben aller – berechtigten und unberechtigten – Kritik häufig auch gelacht, gespottet und unterhaltsam persifliert.
Wir wollen diese Talente und Ressourcen aus dem Verborgenen und von den „Meckertischen“ weg auf die Bühne holen und den Bewohnern so eine Möglichkeit eröffnen, Dampf abzulassen, ihre negativen (und positiven!) Erfahrungen kreativ zu verarbeiten und die eigene Rolle als Heimbewohner zu reflektieren. Methodisch arbeiten wir mit den Mitteln der Improvisation und des Stegreifspiels. Wirkung und Ziel ist eine interessante, spannende und unterhaltsame Beschäftigung der BewohnerInnen mit Widrigkeiten und Herausforderungen des Heimalltags sowie eine gemeinschaftsfördernde, kreative und ressourcenorientierte Aktivität aller Beteiligten
Zu b)
Mittels digitaler Technologie (Grafik-Apps und KI) können Bilder jeder Art im Handumdrehen (oder wenigen Minuten) am iPad erstellt und durch einen Beamer auf eine Leinwand projiziert werden. Eine Gruppe der Teilnehmer wird sich unter Anleitung des Kunstgeragogen und Grafikers Kay Strathus mit der Erstellung dieser Bühnenbilder beschäftigen und für die grafische Untermalung der aufgeführten Szenen sorgen.
Das Projekt wird als mehrteiliger Workshop nach dem Konzept der „Offenen Bühne“ gestaltet, so dass Bewohner von Pflegeeinrichtung und ServiceWohnen (betreutes Wohnen) sowie Angehörige und Anwohner des Quartiers teilnehmen können – ob als „Schauspieler“ und „Bühnenbildner“ oder als Zuschauer bleibt ihnen überlassen bzw. wird sich herausstellen. Als Abschluss wird es eine quartiersoffene Aufführung im Café des Diakonie Stifts geben, zu der ein größeres Publikum eingeladen wird. Menschen aus dem Haus und aus der Nachbarschaft sowie deren Angehörige werden eingeladen.
Die Dokumentation des Projektes erfolgt in Echtzeit begleitend in einem Projekt-Blog sowie als anschließend publizierte Drucksache/Broschüre.
